HEMS-Pilotenausbildung: Analyse der normativen Anforderungen und Modellierung eines Qualifizierungsweges

Autor/innen

  • Dominik Warnstorff Arbeitsgruppe Rettungsdienstliche Bildungs- und Versorgungsforschung, Fakultät für angewandte Gesundheitswissenschaften, Technische Hochschule Deggendorf, Deutschland. https://orcid.org/0000-0003-1133-3903
  • Florian Klinner Universität Witten/Herdecke
  • Justus Wolff Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin, Bundeswehrkrankenhaus Berlin, Berlin. Board Präklinische Notfallmedizin, DGINA – Deutsche Gesellschaft für Notfallmedizin, Berlin. https://orcid.org/0000-0002-7545-9866
  • Philipp Dahlmann Arbeitsgruppe Rettungsdienstliche Bildungs- und Versorgungsforschung, Fakultät für angewandte Gesundheitswissenschaften, Technische Hochschule Deggendorf, Deutschland. https://orcid.org/0000-0002-8648-3810

DOI:

https://doi.org/10.25974/gjops.v3i1.67

Schlagworte:

Luftrettung, Pilot, Pilotenausbildung, Kopilot, Qualifizierungsweg, EASA

Abstract

Hintergrund: Die Luftrettung (HEMS) stellt hohe Anforderungen an verantwortliche Piloten. Gleichzeitig existiert im europäischen Luftrecht kein durchgängiger Ausbildungsgang, der unmittelbar zur Tätigkeit als verantwortlicher Pilot im HEMS-Betrieb qualifiziert. Die Qualifikation ergibt sich vielmehr aus einer Kombination aus Lizenzerwerb, Erfahrungsaufbau und zusätzlichen fliegerischen Qualifikationen.

Methode: Normative Analyse des einschlägigen europäischen Luftrechts hinsichtlich der Anforderungen an verantwortliche HEMS-Piloten, insbesondere Lizenzerwerb, Anforderungen an Ausbildung, Erfahrung sowie Schulung und Überprüfung von HEMS-Piloten und flugbetriebliche Aspekte in der Luftrettung.

Ergebnisse: Das europäische Luftrecht formuliert in SPA.HEMS.130 sowohl die normative Schwelle zur Einsatzfähigkeit als auch die zu erreichenden fliegerischen Kompetenzen, während der Qualifizierungsweg zwischen Lizenzerwerb und Erfüllung dieser Schwelle nicht formalisiert ist. Auf Grundlage der identifizierten Ausbildungs- und Erfahrungsanforderungen

wird ein Qualifizierungsweg abgeleitet, der nach dem CPL-Lehrgang und dem Erwerb von Multi Crew Cooperation (MCC) und Musterberechtigung den strukturierten Erfahrungsaufbau als Kopilot im HEMS-Betrieb in den Mittelpunkt stellt. Instrumentenflugberechtigung und Nachtsichtausbildung sind derzeit optional.

Diskussion/Fazit: Die Arbeit schafft erstmals eine systematische Verbindung zwischen Pilotenlizenzerwerb und HEMS-spezifischen Einsatzanforderungen, kartiert die bestehende Forschungslücke und bildet eine normative Grundlage für weiterführende empirische Untersuchungen zur Umsetzbarkeit und Bewertung des vorgeschlagenen Qualifizierungswegs.

Veröffentlicht

2026-05-15